Urteil im NSU-Prozess gefallen

Beate Zschäpe ist im NSU-Prozess des Mordes in zehn Fällen für schuldig gesprochen worden – darunter der Mord an Halit Yozgat am 6. April 2006 in Kassel. Das Oberlandesgericht München stellte eine besondere Schwere der Schuld fest und verurteilte sie zu lebenslanger Haft. Alles zum heutigen Urteil lest ihr auf HNA.de. Wie der Tod von Halit Yozgat vor zwölf Jahren Kassel erschütterte und wie es um den Tatort in der Nordstadt heute aussieht, haben wir hier zusammengefasst.

Gedenken an Halit Yozgat 

Der Vater des vor elf Jahren ermordeten Halit Yozgat spricht in diesen Minuten auf dem Halitplatz. Er fordert, den Mord endlich lückenlos aufzuklären und die Holländische Straße in Halitstraße umzubenennen. Die Tat wird der rechten Terrorgruppe NSU angelastet.

Londoner Wissenschaftler: Temme muss Schüsse gehört haben

Wenn der ehemalige Verfassungsschützer Andreas Temme anwesend war, als Halit Yozgat in seinem Kasseler Internetcafe an der Holländischen Straße heute vor elf Jahren erschossen wurde, dann muss Temme die Schüsse entgegen seiner Aussagen gehört und den Körper Yozgats hinter dem Tresen gesehen haben. Zu diesem Ergebnis sind Londoner Forensiker bei ihrer Untersuchung zur Rolle Temmes beim Yozgat-Mord gekommen, die sie in diesen Minuten bei einer Pressekonferenz in Kassel vorstellen. Sie hatten dazu das Internetcafe Yozgats in Lebensgröße nachgebaut und die Szene nachgestellt. Der Mord an Yozgat wird der rechtsextremistischen Terrorgruppe NSU zugeschrieben. Weitere Informationen folgen.

Londoner Wissenschaftler belasten Temme

Heute vor elf Jahren wurde Halit Yozgat in seinem Internetcafe an der Holländischen Straße erschossen. Der Mord wird der rechtsextremistischen Terrorgruppe NSU angelastet. Unklarheit herrscht bis heute über die Rolle des ehemaligen Kasseler Verfassungsschützers Andreas Temme. Er war am Tatort, will aber nichts von der Tat mitbekommen haben. Londoner Forensiker bezweifeln das. Die Wissenschaftler untersuchten den Fall unter anderem im Auftrag der Kasseler Initiative 6. April. In diesen Minuten stellen sie die Ergebnisse vor. Das Medieninteresse ist groß.

Erinnern an die Opfer des NSU

Die Amnesty-Gruppe Kassel erinnert auf dem Opernplatz an die Opfer des NSUund protestiert gegen rassistische Gewalt. Vor fünf Jahten wurde bekannt, dass der NSU offenbar für mindestens zehn Morde verantwortlich ist, auch an dem Mord von Halit Yozgat.

Im Schmerz verbunden: Familien der NSU-Opfer trafen sich in Kassel

Angehörige der NSU-Opfer aus ganz Deutschland haben sich gestern in Kassel getroffen. Gemeinsam besuchten sie die Gedenktafel am Halitplatz. Ganz in der Nähe, in seinem Internetcafé, wurde am 6. April 2006, Halit Yozgat getötet – er war eines der letzten NSU-Opfer. „Danke, dass Sie alle hier sind“, sagt der 61-jährige Vater von Halit Yozgat auf Türkisch. „Es bringt viel, wenn Menschen ihren Schmerz teilen.“ Sein Schmerz sitzt tief, auch nach zehn Jahren noch. Mehr zu dem Treffen lest ihr hier.

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Angehörige gedenken der NSU-Opfer

Am Halitplatz sind 25 Angehörige der NSU-Opfer zusammengekommen, um der Opfer, die bei den Anschlägen der Rechtsterroristen zwischen 2000 und 2007 starben, zu gedenken. Einer der Ermordeten war Halit Yozgat aus Kassel. Die Familien treffen sich zweimal im Jahr, heute das erste Mal in Kassel.

Justizministerium erfuhr durch Zeitung von Verdächtigem im Fall Yozgat

Die Spitze des hessischen Justizministeriums hat nach dem Mord an Halit Yozgat in Kassel laut Zeugenaussagen erst aus der Zeitung von dem Verdacht gegen einen Verfassungsschützer erfahren. Der damalige Justizstaatssekretär und heutige Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) sagte heute im NSU- Untersuchungsausschuss im Landtag, der Chef der Kasseler Staatsanwaltschaft sei daraufhin „eindringlich“ an seine Berichtspflicht erinnert worden.
Mehr über den heutigen Tag im Untersuchungsausschuss erfahrt Ihr HIER.

Mordfall Halit Yozgat: Polizei versuchte vergeblich, mit Verfassungsschutz zu sprechen

Mit Fragen an einen Ermittler im Fall des getöteten Internetcafé-Besitzers Halit Yozgat hat der hessische NSU-Untersuchungsausschuss seine Arbeit fortgesetzt. Ein 46-jähriger Beamter aus der damaligen Mordkommission berichtete im Landtag in Wiesbaden unter anderem, wie die Polizei vergeblich versuchte, mit V-Leuten des Verfassungsschutzes zu sprechen. Mehr dazu hier.

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NSU-Ausschuss befragt erneut Ex-Verfassungsschützer

Im NSU-Untersuchungsausschuss des Hessischen Landtags soll heute zum zweiten Mal der Ex-Verfassungsschützer Andreas T. als Zeuge gehört werden. Er ist eine der Schlüsselfiguren in den Ermittlungen nach dem NSU-Mord in Kassel an dem deutsch-türkischen Internetcafé-Besitzer Halit Yozgat. T. stand vorübergehend unter Mordverdacht, da er sich kurz vor oder während der Tat in dem Laden aufhielt. Er hatte unter anderem im NSU-Prozess in München beteuert, aus privaten Gründen in dem Café gewesen zu sein und von der Tat nichts mitbekommen zu haben. Der NSU-Ausschuss im Landtag soll Ermittlungsfehler der Behörden im Zusammenhang mit dem Mord der rechtsextremen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund in Kassel im April 2006 untersuchen. Für heute Nachmittag ist T.s Ehefrau als Zeugin geladen.

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