Viele wollen nichts sagen

Die meisten Anwohner und Geschäftsleute wollen nichts zu Zschäpe sagen – höchstens anonym. „Wir haben bis heute Angst. Wer weiß, was morgen passiert“, sagt ein türkischer Geschäftsmann, der wie die Familie Yozgat schon seit Jahrzehnten in Nord-Holland ist. „Die Yozgats sind eine tolle Familie, hatten nie Probleme mit irgendwem. Halit war ein super Junge.“ Der Mord wird den Stadtteil auch weiterhin prägen, meint der Mann. Trotz der Verurteilung Zschäpes.

„Zschäpe gehört lebenslang ins Gefängnis“

„Ich hab damals in der Bunsenstraße gewohnt. Der Mord ist nur hundert Meter entfernt von meiner Wohnung passiert“, sagt Ahmet Dzemic (41), der gerade im Papa’s an der Holländischen Straße (direkt neben dem Haus, in dem Yozgat sein Internetcafé hatte, einen Espresso trinkt. Für ihn ist klar: Beate Zschäpe gehört lebenslang ins Gefängnis. Er erinnert aber auch an den Verfassungsschutz-Mitarbeiter, der damals im Café saß, als Zschäpes NSU-Komplizen Böhnhardt und Mundlos die Schüsse auf Halit Yozgat abfeuerten. „Der muss das mitbekommen haben.“ Mit der Verurteilung Zschäpes sei also noch nicht endgültig Gerechtigkeit eingekehrt, so Dzemic, der aus Sandzak in Serbien kommt und seit 2005 in Kassel lebt.

Erleichterung am Halitplatz

Das Urteil gegen Beate Zschäpe wird am Halitplatz mit Erleichterung aufgenommen. Sabine Carle-Wallheinke ist seit diesem Jahr Inhaberin des Floristikladens direkt an der Haltestelle. Der Vater von Halit Yozgat ist Kunde bei ihr und kauft hier unter anderem jedes Jahr die Blumen für die Gedenkfeier. Als Yozgat ermordet wurde, führten ihre Mutter und ihre Schwester noch das Geschäft. „Das ist bei meinen Kunden aber bis heute Thema. Dass so etwas Schreckliches direkt bei uns um die Ecke passiert ist, ist bis heute kaum zu begreifen“, sagt die Floristin, die lieber nicht fotografiert werden möchte. Das Urteil empfindet sie als gerecht.

Zwölfter Gedenktag von Halit Yozgat

Zu Gedenken des Kasseler NSU-Opfers Halit Yozgat versammeln sich gerade viele Menschen in der Nordstadt. Auch ein größeres Polizeiaufgebot ist vor Ort. Um 15.30 Uhr soll die Gedenkfeier am Halitplatz beginnen. Die Stadt Kassel ist in der letzten Woche in Kritik geraten, nachdem sie ihren Rückzug aus der Gedenkveranstaltung bekannt gegeben hatte. Mehr dazu könnt ihr hier nachlesen.

Unfall mit Straßenbahn auf Holländischer Straße – Strecke war gesperrt

Auf der Holländischen Straße hat es um kurz nach 9 Uhr einen Unfall mit einer Regiotram der Linie 1 gegeben. Er hatte sich zwischen Halitplatz und Holländischem Platz ereignet. Die Strecke war bis 9.40 Uhr in beide Richtungen gesperrt. Ein Fußgänger soll nach ersten Informationen der KVG verletzt worden sein. Genaueres ist derzeit nicht bekannt.

Kontrollen von Schwarzfahrern: 69 ohne Ticket unterwegs

Die Polizei und Mitarbeiter der Kasseler Verkehrsgesellschaft haben gestern zwischen 15 und 21 Uhr die Straßenbahnstrecke im Stadtteil Nord Holland kontrolliert. Von insgesamt 685 kontrollierten Fahrgästen hatten 69 keinen gültigen Fahrschein. Bei 37 der 69 Fahrgäste konnte bereits geklärt werden, dass sie ohne Fahrschein die Straßenbahn nutzten, da sie die Schwarzfahrt einräumten. Die übrigen gaben an, ihren Fahrschein vergessen zu haben. Sie müssen nun nachweisen, dass sie zu der Zeit im Besitz eines Fahrscheines waren. Gegen die übrigen Schwarzfahrer wird nun wegen Leistungserschleichung ermittelt.

Streit eskaliert: Zwei Unbeteiligte mit Pfefferspray verletzt

Gestern ist ein Familienstreit zwischen zwei Brüdern am Halitplatz eskaliert. Wie die Polizei mitteilte, begannen die Auseinandersetzungen zwischen den 33 und 43 Jahre alten in Kassel wohnenden Brüdern bereits am Nachmittag. Wie der ältere Bruder angab, sei er von dem Jüngeren mit Steinen verletzt worden. Gegen 22 Uhr warf der jüngere Brüder erneut mit Steinen  nach dem Brüder, den er am Halitplatz wieder entdeckt hatte.

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Mann bedrohte Ehefrau mit Messer

blaulichtEin 37-jähriger Bulgare hat gestern Nachmittag vor dem Philipp-Scheidemann-Haus seine Ehefrau mit einem Messer bedroht (wir berichteten). Wie die Polizei mitteilt, haben mehrere besorgte Passanten den Notruf alarmiert. Erst nachdem Zeugen der Frau zur Hilfe kamen, gelang ihr die Flucht. Der Mann hatte zunächst weiter das Messer bedrohlich in der Hand geahalten und erst wenig später abgelegt. Eine Zivilstreife konnte den Mann schließlich festnehmen. Laut Polizeiangaben wehrte sich sich der unter Alkholeinfluss stehende Mann und verletzte dabei die beiden Beamten. Er verbrachte die Nacht in Polizeigewahrsam.

Mann mit Messer sorgte für Aufregung am Halitplatz

blaulichtGestern hat am späten Nachmittag ein nach Angaben der Polizei betrunkener Mann in Nord-Holland für Aufregung gesorgt: Mit einem Messer soll der Mann am Halitplatz auf der Straße gestanden und die Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben. Zeugen berichten, er habe eine Frau bedroht. Laut Polizei waren der Auslöser dafür wohl familiäre Streitigkeiten. Der Mann habe sich nach der Aktion anstandslos festnehmen lassen.

Jubiläumstauschrausch am Samstag

Voller Kleiderschrank, aber nichts zum Anziehen? Man muss sich aber auch nicht gleich etwas Neues kaufen. Wie wäre es, mit vielen anderen zu tauschen? Am kommenden Samstag findet von 15-18 Uhr  zum 10. Mal die Tauschrauschparty im Philipp-Scheidemann-Haus statt. Neben „neuen“ Kleidungsstücken soll es auch leckeren Kuchen geben und die Möglichkeit, sich über nachhaltigeren Konsum zu informieren und unterhalten. 

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