Totschlag: Täter will sich an nichts erinnern

Im Revisionsverfahren zum Totschlag an der Grillhütte in Hessisch Lichtenau im Juli 2013 hat eben Sergej B. als Zeuge ausgesagt. Der heute 32-jährige Deutsch-Russe ist rechtskräftig zu zwölf  Jahren Gefängnis wegen Totschlags verurteilt und konnte sich daher nicht auf ein Aussageverweigerungsrecht berufen. Er könne sich an nichts erinnern, sagte der Mann, der noch bis September 2015 in der JVA Kassel sitzen muss. So oft werde er ja nun nicht Menschen totschlagen, da müsse er sich doch an den Abend erinnern, sagte Richter Dreyer, doch der Zeuge blieb bei seinem angeblich totalen Erinnerungsverlust. Als der Richter ihn darauf hinwies, dass er bei Falschaussage – und dazu zähle auch die unglaubwürdige fehlende Erinnerung – ein, zwei Jahre zusätzliche Haft zu erwarten hätte, sagte Sergej B: „Ein, zwei Jahre obendrauf, kein Problem.“ Das Verfahren geht um 14 Uhr mit der Vernehmung des anderen verurteilten Totschlägers, Vladimir G., weiter. Nächste Verhandlungstage sind der 26. und 27. Juni.

Totschlag: „Müssen klären, was Sie damals gedacht haben“

„Wir müssen klären, was Sie damals gedacht haben.“ Mit diesen Worten gab Richter Dreyer das Ziel der 1. Strafkammer im Revisionsverfahren zum Todschlag an der Grillhütte Hessisch Lichtenau im Juli 2013 vor. Der Angeklagte hatte damals das spätere Opfer Waldemar B. zu der Grillhütte geführt, wo er von den beiden anderen Detusch-Russen mit Schlagring, Handbeil und Baseballschläger totgeschlagen worden war. Dieser Tathergang ist unstrittig und nicht Gegenstand des Verfahrens. Geklärt werden soll, ob Alexander B. davon ausging, dass Waldemar B. nur eine Abreibung verpasst werden sollte, oder ob er billigend in Kauf nahm, dass der andere totgeschlagen wird. Die Revision der beiden anderen Täter hatte der Bundesgerichtshof verworfen. Auch im neuen Verfahren werde sich sein Mandant nicht äußern, teilte Verteidiger Bernd Pfläging eben mit.

Totschlag: Bluttat in Heli erneut vor Gericht

Die Bluttat an der Grillhütte „Waldfrieden“ in Hessisch Lichtenau vom 8. Juli 2013 hat ab heute erneut ein juristisches Nachspiel vor dem Landgericht. Der 39-jährige Alexander B., der damals zu sechs Jahren Haft verurteilt worden war, hat erfolgreich Revision beim Bundesgrichtshof eingelegt. Damals war der Deutsch-Russe Waldemar B., von drei Landsleuten erschlagen worden. Der Haupttäter war wegen Totschlags zu zwölf, der zweite Mann zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Missbrauch Berufsbezeichnung: Aussagen stoßen aus Skepsis

„Wer soll das denn glauben?“ Mit diesen Worten reagierte Staatsanwältin Silke Kliesch auf die Erklärungen eines 50-jährigen Kasselers, warum er trotz seines Ausschlusses aus der Anwaltskammer immer noch als Rechtsanwalt aufgetreten ist. Auch Richterin Hartling mochte nicht an den unbekannten Dritten glauben, der vom Kanzelei-Fax vom Angeklagten aufgesetzte und unterschriebene Briefe verschickt haben soll. Um seine Gesundheit zu schonen, habe sie ihrem Mann die
Schreiben des Bundesgerichtshofes vorenthalten, mit denen der Entzug der Berufserlaubnis rechtskräftig geworden war, sagte die Ehefrau als Zeugin aus. Am nächsten Verhandlungstag am kommenden Mittwoch soll der Anwalt als Zeuge gehört werden, der die Kanzlei des Angeklagten abgewickelt hatte.

Mord: Es ging um über 2000 Euro

Im Mordprozess vor der 6. Strafkammer hat Staatsanwältin Völker die Anklage verlesen. Danach hat der 65-jährige Angeklagte am frühen Morgen des 25. September 2017 sein 77-jähriges Opfer mit Schlägen und Würgegriffen in dessen Wohnung in Niederzwehren getötet. Hintergrund: Der ältere Mann hatte 2025 Euro Schmerzensgeld zu bekommen, die er aber wegen eines Pfändungsbeschlusses nicht auf sein, sondern auf das Konto des Angeklagten überweisen ließ. Der aber verbrauchte das Geld für sich und zum Begleichen eigener Schulden. Deshalb wirft ihm die Anklage Mord aus Habgier und zum Verdecken einer Straftat vor. Die Verhandlung wird am kommenden Freitag fortgesetzt.

Berufsbezeichnung missbraucht: Rechtsanwalt angeklagt

Als Rechtsanwalt selbst Angeklagter sein: Dieses Schicksal durchlebt heute ein ehemaliger Anwalt aus Kassel. Der hatte, so der Vorwurf, die Berufsbezeichnung missbräuclich geführt, obwohl sie ihm bereits aberkannt gewesen ist. Bisher sind zwei Anläufe gescheitert, den Tatbestand vor dem Amtsgericht zu verhandeln. Mal sehen, ob es heute klappt.

Kinderpornografie: Dreieinhalb Jahre für 42-Jährigen

Wegen der bandenmäßigen Verbreitung von Kinderpornografie hat das Landgericht einen 42-jährigen Mann aus dem nördlichen Landkreis Kassel zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Richter Stanoschek sprach von „übelen Verbrechen“, die verheerende Auswirkungen auf Psyche und Leben der missbrauchten Kinder habe. Wer derartige Daten verbreite mache sich auch der Produktion der pornografischen Bilder und Filme schuldig und könne nicht mit einer milden Strafe rechnen. Der 42-Jährige hatte gestanden, zwischen 2010 und 2012 als Administrator in einem weltweit operierenden Tauschring für Kinderpornografie beteiligt gewesen zu sein.Wegen der langen Dauer des Verfahrens gelten fünf Monate der verhängten Strafe bereits als vollstreckt.

Kinderpornografie: Urteil für geständigen Angeklagten kommt

Überraschend schnell geht das Verfahren gegen einen 42-jährigen Angeklagten aus dem nördlichen Landkreis Kassel wegen der Verbreitung von Kinderpornografie zu Ende. Die Staatsanwaltschaft hatte für den nicht vorbestraften Mann einen Freiheitsstrafe von drei Jahren gefordert. Schon für 12 Uhr hat Richter Stanoschek das Urteil der 5. Strafkammer des Landgerichts angekündigt. Nachdem der Angeklagten ein Geständnis abgelegt hatte, konnte das Verfahren um einen Tag verkürzt werden.

Steuerhinterziehung: Tim L. entschuldigt sich

Zum Abschluss der Plädoyers hat sich der Hauptangeklagte im Steuerhinterziehungs-Verfahren vor dem Landgericht, Tim L., entschuldigt. Alle fünf Angeklagten hatten die Taten gestanden, die vier ehemaligen Mitarbeiter des Vellarer Sicherheitsdienstes sollen Bewährungsstrafen erhalten, Tim L. soll, so Verteidiger Schenk, maximal viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Die von der Staatsanwaltschaft bezifferte Summe von rund vier Millionen Euro sei mindestens eine Million zu hoch, sagte Schenk. Er beantragte die Aufhebung des Haftbefehls für seinen Mandanten, der seit über 18 Monaten ind Untersuchungshaft sitzt. Richter Robert Winter will das Urteil der Wirtschaftsstrafkammer um 13 Uhr in Saal E 221 verkünden.

Steuerhinterziehung: Heute Urteil für Ex-Sicherheitschef

Während der Flüchtlingskrise hatte er mit seinem Sicherheitsdienst SD 24 bei  der Bewachung von Asylheimen, aber auch bei kultruellen und sportlichen Veranstaltungen das große Rad gedreht. Doch zwischen 2014 und 2016 soll der 36-jährige Kasseler dabei auch fast vier Millionen Euro an Sozialabgaben und Steuern hinterzogen haben. Dafür stehen er und vier ehemalige Mitarbeiter seit November vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts. Die will heute ihr Urteil für Tim L. und die anderen Angeklagten sprechen.

Überfall: Zeugin beigebracht, aber keine erhellende Aussage

Im Verfahren gegen einen 39-jährigen gebürtigen Äthiopier wegen zwei Überfällen am Holländischen Platz ist es der Polizei gelungen, die Zeugin aufzutreiben und ins Gericht zu bringen. Allerdings konnte ihre Aussage nichts Wesentliches zur Erhellung der Tatumstände beitragen. Sie räumte ein, sowohl mit dem Angeklagten als auch mit einem der beiden Überfallenen ein Verhältnis gehabt zu haben. Ob dies ausschlaggebend für die Tat Ende September 2016 war, bei der der Angeklagte den anderen mit Fäusten geprügelt und mit dem Kopf gegen einen Metallpfosten geschlagen haben soll, blieb aber offen. Richter Stanoschek kündigte an, das Verfahren am 25. Juni abschließen zu wollen.

Räuberische Erpressung: Zwei Somalier bleiben in Haft, einer kommt frei

Der 31-jährige Angeklagte, der einen 18-Jährigen aus Eritrea bei einem Überfall auf dem Uni-Gelände am Holländischen Platz mit einem Messer oder einer Glasscherbe eine lange Schnittwunde im Gesicht zugefügt hat, muss für zwei Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Sein 29-jähriger Landsmann aus Somalia erhielt vom Landgericht eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Der dritte, ein 33-jähriger anerkannter Asylbewerber aus Somalia wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Er kam auf freien Fuß, nachdem er gemeinsam mit den beiden anderen seit Dezember 2017 in Untersuchungshaft gesessen hatte. Bei dem Raubzug hatte das Trio 20 Euro erbeutet. Hintergrund war ein früheres Drogengeschäft, bei dem ihnen das als Dealer fungierende Opfer statt Heroin oder Kokain nur Natronpulver angedreht hatte.

Überfall: Polizeistreife sucht Zeugin

Erneut ist eine geladene Zeugin im Prozess gegen einen 39-jährigen, staatenlosen Mann aus Kassel nicht gekommen. Richter Stanoschek hat daher eine Polizeistreife losgeschickt, um die Frau daheim abzuholen. Dem gebürtigen Äthiopier werden zwei Übeffälle am Holländischen Platz vorgeworfen. Ein Urteil wird es heute nicht geben, das Gericht hat einen weiteren Verhandlungstag für den 25. Juni angesetzt.

Räuberische Erpressung: Zwei Somalier sollen in Haft

Für die räuberische Erpressung eines Drogendealers am Holländischen Platz sollen zwei Somalier für mehrere Jahre ins Gefängnis. Das hat Staatsanwältin Riemenschneider in ihrem Plädoyer beantragt. Ein Angeklagter soll zu einer Bewährungsstrafe verurteilt werden. Alle drei hatten gestanden, einen Ertireer nach einem schlechten Drogengeschäft geschlagen und ihm 20 Euro abgenommen zu haben. Ein Angeklagter fügte dem Eritreer eine lange Schnittwunde im Gesicht zu. Richter Rinninsland will das Urteil der 11. Strafkammer um 10.30 Uhr verkünden. Nach den Geständnissen der Angeklagten plädierten die Verteidiger auf ähnliche Strafen.

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