100 Tage – 100 verbotene Bücher: Gossip Girl

Auch wenn der Parthenon heute gesperrt ist und keine Bücher ausgegeben werden, unsere Reihe, in der wir erläutern, warum manche Bücher dort platziert sind, ziehen wir durch: In Deutschland ab 14 Jahren empfohlen, im Fernsehen als Serie bestimmt auch schon von 12-jährigen Girlies verfolgt und dennoch irgendwo in der Welt auf dem Index? Jawohl, gerade der 8. Band von Cecyly von Ziegesars Soap-Geschichten über New Yorker Upper Class Mädels ging einigen frommen Communities im sogenannten Bible Belt der USA zu weit. Hat doch die Göre Vanessa gleichzeitig ein Verhältnis mit ihrem neuen Lover Aron und ihrem Ex Dan. Unmöglich aber auch…

100 Tage – 100 Bücher: Else Laske Schüler „Der Prinz von Theben“

Das Geschichtenbuch „Der Prinz von Theben“ erschien 1914. Auf dem Homepage Künste im Exil heißt es, dass Else Laske Schülers Biographie wie „eine Metapher für die Verfolgung von Künstlern in der Nazizeit“ sei. Schülers Bücher wurden zensiert und verbrannt. Ihre Bilder galten als „entartet“ und aus der Berliner Nationalgalerie beschlagnahmt. Ihr Schauspiele wurden verboten. Auch im Schweizer Exil hatte Schüler Schreibverbot. Sie starb 1945 in Jerusalem. 

100 Tage – 100 Bücher: „Frühlingserwachen“ von Frank Wedekind

„Frühlingserwachen“ von Frank Wedekind erschien 1891 und ist ein gesellschaftskritisches Drama. Es geht um mehrere Jugendliche, die während ihrer Pubertät und ihrer beginnenden sexuellen Neugier mit den Problemen von Erwachsenen konfrontiert werden. Sie stoßen dabei vor allem auf gesellschaftliche Intoleranz. Wegen seiner angeblichen Obszönitäten wurde „Frühlingserwachen“ verboten. Heute ist es in Deutschland, Österreich und in der Schweiz in vielen Schulen Schullektüre.

100 Tage – 100 Bücher: Persepolis

In der Graphiknovel „Persepolis“ beschreibt Autorin und Illustratorin Mariane Satrapi ihre Kindheit in Iran. Sie erlebt die Islamische Revolution im Iran mit, erzählt von islamischer Indoktrination in der Schule und bekommt Probleme wegen ihrer Vorliebe für Jeans und westliche Musik. Am Ende des Buches wird sie als 14-jährige von ihren Eltern ins Ausland geschickt. „Persepolis“ gewann einige Preise und Auszeichnungen, darf aber seit 2013 in Chicago nicht mehr im Unterricht gelesen werden.

 

100 Tage- 100 Bücher: Marlene – Bild einer berühmten Zeitgenossin von Alfred Polgar

Alfred Polger war einer der berühmtesten Schriftsteller der Wiener Moderne. Sein Buch über die Schauspielerin Marlene Dietrich schrieb er im Jahr 1937. Nach der Machtergreifung des NS-Regimes war für den österreichischen Juden in Deutschland kein Platz mehr. Sämtliche Werke von Polger wurden damals verbannt. Der Journalist Ulrich Weinzierl fand den Text erst im Jahr 1984 in New York. Gedruckt ist das Buch erst 2015 erschienen.

100 Tage – 100 Bücher: Flowers in the Attic von V.C. Andrews

Der Roman „Flowers in the Attic“ von der amerikanischen Schriftstellerin Virgin Cleo Andrews aus dem Jahr 1968 behandelt das Thema Inzest zwischen zwei Heranwachsenden. Die geschilderten Inhalte wurden von Kritikern in den USA kontrovers aufgenommen. Einige Bibiliotheken nahmen den Roman nicht in ihren Bestand auf oder nahmen ihn ganz aus den Regalen.

100 Tage – 100 Bücher: Der alte Mann und das Meer von Ernest Hemingway

Hemingways Novelle „Der alte Mann und das Meer“ erzählt von dem Kampf zwischen einem alten Fischer namens Santiago und einem gigantischen Sperrfisch,  dem wahrscheinlich größten Fang seines Lebens. Die Novelle schrieb der Nobelpreisträger im Frühling 1951 auf Kuba. Erstmals veröffentlicht wurde sie im August 1952 in dem Literaturmagazin „Life“. Die erste Buchfassung wurde noch  im selben Jahr in New York herausgegeben. Doch für den spanischen Diktator Franco waren Hemingways Bücher über Freiheit und Individualität eine Gefahr. Deshalb verbannte er sämtliche Schriften Hemingways.

100 Tage- 100 Bücher: Der erste Kreis der Hölle von Alexander Solschenizyn

Nachdem der Autor Alexander Solschenizyn als Offizier im II. Weltkrieg die strategischen Fähigkeiten Stalins in einem Brief als mangelhaft bezeichnete, wurde er inhaftiert. Kurze Zeit später  ist der Mathematiker in ein „Gettho-Forschungsinstitut“ für inhaftierte Wissenschaftler gebracht worden. Erst nach Stalins Tod wurde er entlassen und verfasste nach  einer Rehabilitation die ersten Niederschriften seiner Erlebnisse während seiner  Gefangenschaft im Arbeitslager. Weil das Buch das „ungerechte“ System in Russland unter Stalin anprangert, durfte das Buch erst 1968 ohne Kürzungen veröffentlicht werden. 

100 Tage – 100 Bücher: Thirteen Reasons why von Jay Asher

Das Buch „13 Reasons why“ thematisiert den Selbstmord einer Schülerin, und durfte in einer Bibliothek in der Nähe von Colorado (USA) für kurze Zeit nicht mehr ausgeliehen werden. Der Grund: im Umkreis der Bibliothek nahmen sich sieben Schüler das Leben. Die Leitung des ansässigen Schulbezirks reagierte, indem sie das Buch aus dem Verleih nahmen. Die Bibliothekare kritisierten das Vorgehen und sahen darin eher eine Zensur und keine Prävention. Dem Druck der Bibliothekare gaben die Verantwortlichen des Verbots nach und hoben das Verbot nach nur wenigen Stunden wieder auf. Die auf dem Buch basierenden Netflixserie „Tote Mädchen lügen nicht“ wurde ebenfalls scharf kritisiert, weil sie den Selbstmord romantisieren würde. Trotz der vielen Kritiken erscheint nächstes Jahr die zweite Staffel der Serie.

 

100 Tage – 100 Bücher: Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing

Nathan der Weise ist  ein Drama von  Gotthold Ephriam Lessing, das 1779 veröffentlicht wurde. Wenige Jahre später wurde es in Berlin uraufgeführt. Nathan der Weise war das letzte Werk Lessings und beschreibt die Handlungen des Juden Nathans während des Dritten Kreuzuges (1189–1192) in Jerusalem. Wegen der positive Darstellung eines Juden in der Figur des Nathans, war das Drama  zu Zeiten der Nationalsozialisten verboten. Es  verschwand aus den Schulen und wurde mit einem Aufführungsverbot belegt. Erst nach 1945 fand die Lektüre  zurück in die Einrichtungen deutscher Schulen.

100 Tage – 100 Bücher: Der Glöckner von Notre Dame von Victor Hugo

Vielen dürfte „Der Glöckner von Notre Dame“ von Notre Dame vom französischen Schriftsteller Victor Hugo aus dem gleichnamigen Disney-Film bekannt sein. Hugo versetzt seine Leser ins mittelalterliche Paris zurück: Im Roman geht es zwar wie im Disney-Film um die unglückliche Liebe des Glöckner Quasimodo, aber Hugo widmet sich auch ausführlich der Baukunst in Paris im 15. und 16. Jahrhundert, vor allem der Kathedrale Notre Dame und Figuren um sie herum. Hugo wurde aus Frankreich verbannt, als er sich gegen den Staatsstreich auflehnte, mit dem sich Bonaparte 1851 zum Präsidenten auf Lebenszeit machte.

100 Tage – 100 verbotene Bücher: Panter, Tiger & Co.

Im Zuge dieser Reihe stellen wir jeden Tag ein Buch vom Parthenon der Bücher vor. Diese waren alle in einem Teil der Erde verboten. Heute: Panter, Tiger & Co von Kurt Tucholsky. Das Buch ist 1954 erschienen und enthält eine Auswahl von Gedichten und Schriften aus dem Werk Tucholskys. Dieser war einer der bedeutendsten deutschen Satiriker und Gesellschaftskritiker. Unter den Pseudonymen Peter Panter und Theobald Tiger war er Publizist einer politischen Wochenschrift.

100 Tage – 100 Bücher: Die Mutter von Maxim Gorki

Das Buch thematisiert den revolutionären Kampf des jungen Arbeiters Pawel Nilownas.  Er ist der Kopf  einer neuen Generation, die das sozialistische Gedankengut verbreiten. Gorki  schrieb den sozialkritischen Roman im Jahre 1906 in Amerika und warb von dort für die Revolution der Arbeiterklasse. Deshalb war der Roman „Die Mutter“  Anfang des 20. Jahrhunderts im russischen Zarenreich verboten. Erst im Jahre 1917, als die Zarenherrschaft in Russland beendet war, konnte das Buch auch in Gorkis Heimat ohne Kürzungen veröffentlicht werden.

Seite 1 von 212