Verkehrsgefährdung: Geldstrafe und Fahrverbot

Der 26-jährige Kasseler, der im Februar einen KVG-Linienbus zu einer Vollbremsung gezwungen hat, bei der eine Frau verletzt wurde, ist von Amtsrichter Fehling zu 2700 Euro Geldstrafe und vier Wochen Fahrverbot verurteilt worden. Freiwillig erklärte er sich bereit, 500 Euro Schmerzensgeld an die Frau zu zahlen. Die Vorwürfe Nötigung und Fahrerflucht hatte das Gericht zuvor eingestellt. Dem gefährlichen Manöver des in Kassel geborenen Türken auf der Wolfhager Straße war eine Auseinandersetzung mit dem Busfahrer vorhergegangen. Der habe mehmals Licht- und normale Hupe betätigt, sei dicht aufgefahren und habe ihm den Mittelfinder gezeigt, sagte der Angeklagte. Da habe er die Beherrschung verloren, sagte der voll geständige junge Mann. Einem längeren Fahrverbot entging er, damit seine Ausbildung nicht gefährdet ist, für die er den Führerschein braucht.

Verkehrsgefährdung: Linienbus ausgebremst

Gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr wirft die Staatsanwaltschaft einem 25-jährigen Türken aus Kassel vor, der deshalb gleich vor dem Amtsgericht steht. Er soll einen Linienbus ausgebremst und so zur Notbremsung gezwungen haben, bei der ein Fahrgast verletzt wurde. Der Grund: Der Busfahrer hatte gehupt, weil der Pkw-Fahrer in der Mitte zwischen zwei Fahrspuren gefahren war.

Autodiebstahl: Ein Jahr Gefängnis für polnischen Täter

Ein 35-jähriger Pole ist vom Amtsgericht zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Drei Monate hat er seit seiner Festnahme im Juli bereits in Untersuchungshaft verbüßt, die restlichen Monate setzte Haftrichterin Hartling zur Bewährung aus. Der Mann wurde sofort aus der Haft entlassen und kann nach Polen zurück reisen. Er hatte gestanden, gemeinsam mit zwei unbekannt gebliebenen Komplizen einen Mercedes der S-Klasse im Wert von 65 000 Euro  im Stadtteil Fasanenhof gestohlen zu haben. Mit aufwändiger Technik hatten die beiden unbekannten Ukrainer die komplizierte „key-less-go“-Technik des einstmals 131 000 Euro teueren Wagens überwunden. Der Angeklagte sollte den Wagen nach Breslau zum Flughafen bringen und dafür bis zu 1000 Euro kassieren. Daraus wurde nichts. Die Polizei hatte ihn schon an der zweiten Ampel auf der Fahrt aus Kassel festgenommen.

Mordversuch: Angeklagter räumt Taten ein

Der gebürtige Kasseler, der sich vor dem Landgericht wegen versuchten Mordes und der versuchten Vergewaltigung einer Arbeitskollegin verantworten muss, hat beide Taten eingeräumt – so weit er sich daran erinnert. Er habe in dieser Zeit zwei bis drei Flaschen Whisky und Wodka täglich getrunken, die Zeit liege wie in einem Nebel. Ihm wird vorgeworfen, im September 2017 eine Arbeitskollegin auf der Betriebstoilette geschlagen und heftig gewürgt zu haben, um sie so für die geplante Vergewaltigung gefügig zu machen. In einem Bordell am Großen Kreisel, wo er eine Prostituierte ausrauben wollte, soll der Sportschütze einen Mann in die Schulter geschossen haben. Heute sollen noch sechs Zeugen in Saal D 130 gehört werden.

Missbrauch: Bewährungsstrafe für 38-Jährigen

Wegen sexuellen Missbrauch eines Kindes hat die 1. Strafkammer des Landgerichts einen 38-jährigen ehemaligen Mitarbeiter eines städtischen Betreuungsangebotes zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Kammer mit Richter Dr. Butenuth an der Spitze folgte damit dem Strafantrag von Verteidiger Knuth Pfeifer. Das anfangs 12-jährige Mädchen, das nach einer vorgeburtlichen Alkoholerkrankung einen Schwerbehinderten-Status hat, hatte mit kindlicher Begeisterung für den Betreuer in einem Mitmach-Zirkus geschwärmt. Der Angeklagte, eine laut Psychiater noch unreife, schwache und ängstliche Persönlichkeit, hatte auf die Zuneigung des Kindes nicht mit freundlich-professioneller Distanz reagiert, sondern sie zu sexuellen Übergriffen genutzt.

Missbrauch: Anklage fordert zwei Jahr und neun Monate Haft

Wegen sexuellen Missbrauchs eines anfangs zwölfjährigen Mädchen in den Jahren 2015 bis 2016 hat Staatsanwältin Pia Röde eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten für den 38-jährigen Angeklagten gefordert. Auch Gudrun Meyer, Anwältin des Kindes, schloss sich dieser Strafforderung an, Verteidiger Knuth Pfeifer will ab 14.15 Uhr plädieren. Der voll geständige Angeklagte soll das wegen einer vorgeburtlichen Alkoholerkrankung zu 50 Prozent schwerbeschädigte Kind als Mitarbeiter einer Betreuungseinrichtung des Kasseler Jugendamtes mehrfach sexuell missbraucht haben.

Missbrauch: Mitarbeiter soll sich an behindertem Mädchen vergangen haben

Wegen sexuellen Missbrauchs eines 13- bis 14-jährigen Mädchen steht der 38-jährige Mitarbeiter einer Betreuungseinrichtung vor dem Landgericht. Er soll sich laut Anklage sechs Mal an dem behinderten Mädchen vergangen haben, das mit dem Handeln des Angeklagten einverstanden gewesen sein soll. Die Verhandlung wird um 11 Uhr in Saal E 119 fortgesetzt.

Untreue: Bewährung für Ersttäter

Voll geständig, glaubhaft reumütig, aktiv in der Behandlung seiner Spielsucht-Erkrankung und nicht vorbestraft: Das Schöffengericht von Amtsrichterin Hahn honorierte diese positiven Vorzeichen und verurteilte einen 53-jährigen Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis wegen gewerbsmäßiger Untreue in neun Fällen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten. Der Mann hatte als Angestellter einer Kasseler Bank insgesamt 34 500 Euro von Sparkonten seiner Kunden auf sein eigenes Kreditkartenkonto überwiesen, um damit Schulden aus seiner Zockerei mit  Termingeschäften und Optionsscheinen an der Börse auszugleichen.

Untreue: Anklage fordert Bewährungsstrafe von 17 Monaten

Der ehemalige Angestellte einer Kasseler Bank, der eben vor dem Amtsgericht gestanden hat, 34 500 Euro von Sparkonten seiner Kunden aufs eigene Konte überwiesen zu haben, sollte zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten verurteilt werden. Das haben eben Staatsanwaltschaft und Verteidigung in ihren Plädoyers gefordert. Der Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis gab an, spielsüchtig zu sein und das Geld bei Börsenspekulationen verzockt zu haben. Richterin Hahn will das Urteil in wenigen Minuten verkünden.

Sachbeschädigung: Autohändler muss 4500 Euro zahlen

Der 51-jährige Gebrauchtwagenhändler aus Kassel kam nicht zu seiner Verhandlung vor dem Amtsgericht, vor dem er sich wegen Sachbeschädigung verantworten sollte. Vor einer Bestrafung schützte ihn das freilich nicht. Richterin Ferchland verurteilte den Mann per Strafbefehl zur Zahlung von 4500 Euro, weil er im September 2015 zwei Kameras eines TV-Teams im Wert von rund 17 000 Euro auf den Boden geworfen und zerstört hatte. Das Kamerateam des MDR hatte für den Beitrag „Abzocke beim Autoverkauf“ drehen wollen.

Sachbeschädigung: TV-Kameras zerdeppert

Wegen Sachbeschädigung steht gleich ein 51-jähriger Gebrauchtwagenhändler aus Kassel vor dem Amtsgericht. Laut Anklage soll er im September 2015 die Kameras eines TV-Teams, das auf seinem Grundstück für den Beitrag „Abzocke bei Autoverkauf“ drehen wollte, zu Boden geworfen und zerstört haben. Dabei entstand ein Schaden von rund 10 000 Euro. Ein angeklagter Mittäter war im Juni freigesprochen worden, weil ihm  ein Tatbeitrag nicht nachgewiesen werden konnte.

Betrug: Haftbefehl gegen flüchtigen Angeklagten

Richter Reichhardt hat eben Haftbefehl gegen einen 40-jährigen Angeklagten erlassen, der nicht zu seiner Berufungsverhandlung wegen Betruges vor der 7. Strafkammer des Landgerichts erschienen ist. Das Amtsgericht hatte den Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis, der zuletzt in Hessisch Lichtenau wohnte, im Mai 2016 wegen Betruges und anderer Delikte zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Dagegen hatte der Mann Berufung eingelegt, war aber auch zu dieser Verhandlung im April nicht gekommen, so dass diese Berufung verworfen wurde. Auch eine Haftstrafe, zu der er vom Amtsgericht Plauen verurteilt worden war, trat er in der JVA Hünfeld nicht an. Heute sollte die Berufung der Staatsanwaltschaft verhandelt werdenb, doch auch daraus wurde nichts. Der Mann hatte Mitte 2015 bei neun Taten in Kasseler Baumärkten Baumaterialien und Werkzeuge im Wert von 9400 Euro bestellt und nicht bezahlt.