Ein misstrauischer Schwan

30 Grad, knallender Sonnenschein – das Wetter lädt dazu ein, sich in den Kasseler Freibädern oder in der Fulda abzukühlen. Oder eben im Bugasee. Dieser Schwan beäugt die Badegäste (und unseren Fotografen) zwar etwas misstrauisch, ist aber eigentlich ganz lieb!

Story Camper wird in der Treppenstraße aufgebaut

Kirsten Stein aus Kassel ist seit heute mit ihrem Story Camper in der Treppenstraße (Hausnummer 4). Sie hat ein Projekt: den Heimatbegriff aus der rechten Ecke holen. Die nächsten zwei Wochen ist sie montags bis freitags von 12 bis 17 Uhr an ihrem Wohnwagen und informiert über ihr Erzählkunstprojekt Heimatherz. Wenn ihr ein Teil davon werden wollt, könnt ihr der 52-Jährigen erzählen, was Heimat für euch bedeutet. Wer mag, kann sich dabei filmen lassen. Die Videos stellt sie auf ihren YouTube-Kanal. Dienstags und Freitags präsentiert Kirsten Stein ab 19.30 Uhr ihr Erzähltheater Heimatherz, donnerstags und sonntags geht es bei „Eros & Euros – Eine Reise durch Europa“ um einen Blick von Kassel nach Europa. Die Programme dauern jeweils anderthalb Stunden mit Pause. Eintritt: 15 Euro. Gerade ist die Kasselerin noch dabei, die Flyer fertig auszuschneiden.

Nur noch zwei Weltmeistertrikots zu haben

Der Fan Point Kassel hat während der Fußball-WM jede Menge Trikots von den Teams aus aller Welt verkauft. Von Weltmeister Frankreich gibt es noch genau zwei Shirts und einen Schal – der Rest ist ausverkauft. Besonders viele Fans wollten die Namen der Stars Griezmann und Mbappé auf dem Trikot haben. Von Finalgegner Kroatien gibt es übrigens schon seit über einer Woche keine Trikots, Fahnen oder Schals mehr im Fan Point. „Wir hatten dann noch täglich 10 Anfragen, aber leider nichts mehr auf Lager“, sagt Mitarbeiter Dennis Stumpf (Foto).

Blutspendeaktion: Der Aufbau läuft

Im Regierungspräsidium ist der DRK-Blutspendedienst gerade mit dem Aufbau für die HNA-Blutspendeaktion beschäftigt. 14 Leute richten die Räume für die viertägige Aktion her, die morgen beginnt. Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 18.30 Uhr und am Freitag von 10 bis 18 Uhr könnt ihr am Alten Stadtschloss 1 Blut spenden. Auf dem Bild zu sehen sind (vorne, von links) Anita und Angela und (hinten, von links) Jacqueline und Gruppenleiterin Christine Schuster. „Wir brauchen noch so ungefähr bis 15 Uhr“, sagt Schuster. Alle Infos zur Blutspendeaktion findet ihr hier.

„Schlangen sind nicht mehr so beliebt“

Heute ist Welttag der Schlange. Bei Frank Hose im Zoohaus Süd gibt es zwei kleine Kornnattern. Die sind drei Monate alt und werden mal bis zu 1,50 Meter lang. Die aus Mittelamerika stammenden Tiere sind pflegeleicht und werden häufig als Haustiere gekauft. „Vor 15 Jahren gab es einen echten Reptilien-Boom. Da hab ich fast jede Woche eine Schlange verkauft“, sagt der Besitzer der Zoohandlung, der selbst schon als Kind von Reptilien fasziniert war. Mittlerweile seien Schlangen nicht mehr so beliebt. Das Zoohaus Süd am Weinberg hat heute bis 18 Uhr geöffnet.

Ebay zum Anfassen

Second Hand ist nicht gleich Second Hand. In Kassel gibt’s zahlreiche Läden mit ganz unterschiedlichen Konzepten. Im „Regal“ auf der Marbachshöhe kann man eine Verkaufsfläche mieten und seine Sachen dort präsentieren. Mehr zum Laden erfahrt ihr hier: (mehr …)

Kampagne gegen Befristungen an der Uni

„Uni Kassel unbefristet“ so heißt die Kampagne von über 30 Uniangestellten, zu denen auch (von links) Verena Hucke, Sophia Pianowski, Olaf Tietje, Pinar Tuzcu und Jeniffer Stoll gehören. Sie sind wissenschaftliche Mitarbeitende, aber auch Angestellte beispielsweise aus der Verwaltung und im Sekretariat machen mit der Kampagne auf ihre Arbeitsbedingungen aufmerksam. „Wir sind alle befristet angestellt und alle überarbeitet“, sagt Jennifer Stoll. Sie fordern, dass Stellen an Hochschulen entfristet werden. Mit der Kampagne wollen sie Studierende auf ihre Situation aufmerksam machen.

Fachbereich 2 fordert mehr Bio in der Mensa

Vor der Zentralmensa sammeln (von links) Mark, Jelka und Till vom Fachbereich Geistes- und Kulturwissenschaften Unterschriften für mehr Bio in der Mensa. Derzeit ist zwar Bio-Woche – aber sonst bekommt man in der Mensa viel zu wenig nachhaltig produzierte Lebensmittel, lautet ihre Kritik. „Ein Bio-Gericht täglich wäre ja schon ein Anfang“, sagt Till. „Bei der Uni in Witzenhausen kriegen die das komischerweise hin“, fügt Mark hinzu. Sie haben bislang 300 Unterschriften und sammeln noch bis Freitag. Die Liste wird dann an das Studierendenwerk übergeben. „Es muss sich was tun“, sagen die jungen Leute der Fachschaft, die mit dem AStA kooperiert.

Heute in der Mensa

Noch nichts zu Mittag gegessen? In der Mensa am Holländischen Platz gibt’s noch bis 14.15 Uhr Italienische Penne, paniertes Nackenschnitzel vom Schwein, gefüllte Pastakissen mit Geflügel, Paprika mit indischem Kartoffel-Reis-Curry und Bratkartoffeln mit Spiegeleiern. Kostet für Studierende zwischen 1,90 Euro und 3,50 Euro und für Gäste 4,20 Euro bis 5,70 Euro. Den ausführlichen Speiseplan findet ihr hier.

„Da wurde einiges verschleiert“

„Ich habe eigentlich großes Vertrauen in das deutsche Rechtssystem. Deutschland ist ein super Land, hier kann man toll leben. Aber in dem Fall… da wurde einiges verschleiert“, sagt der Besitzer dieses Kiosks, der um die Ecke vom Stern ist. Der türkischstämmige Mann freut sich über die Verurteilung von Beate Zschäpe. Ein fader Beigeschmack bleibt für ihn aber. „Das war nicht bloß ein Mord, da hat auch viel Politik eine Rolle gespielt.“

Viele wollen nichts sagen

Die meisten Anwohner und Geschäftsleute wollen nichts zu Zschäpe sagen – höchstens anonym. „Wir haben bis heute Angst. Wer weiß, was morgen passiert“, sagt ein türkischer Geschäftsmann, der wie die Familie Yozgat schon seit Jahrzehnten in Nord-Holland ist. „Die Yozgats sind eine tolle Familie, hatten nie Probleme mit irgendwem. Halit war ein super Junge.“ Der Mord wird den Stadtteil auch weiterhin prägen, meint der Mann. Trotz der Verurteilung Zschäpes.

„Zschäpe gehört lebenslang ins Gefängnis“

„Ich hab damals in der Bunsenstraße gewohnt. Der Mord ist nur hundert Meter entfernt von meiner Wohnung passiert“, sagt Ahmet Dzemic (41), der gerade im Papa’s an der Holländischen Straße (direkt neben dem Haus, in dem Yozgat sein Internetcafé hatte, einen Espresso trinkt. Für ihn ist klar: Beate Zschäpe gehört lebenslang ins Gefängnis. Er erinnert aber auch an den Verfassungsschutz-Mitarbeiter, der damals im Café saß, als Zschäpes NSU-Komplizen Böhnhardt und Mundlos die Schüsse auf Halit Yozgat abfeuerten. „Der muss das mitbekommen haben.“ Mit der Verurteilung Zschäpes sei also noch nicht endgültig Gerechtigkeit eingekehrt, so Dzemic, der aus Sandzak in Serbien kommt und seit 2005 in Kassel lebt.

Erleichterung am Halitplatz

Das Urteil gegen Beate Zschäpe wird am Halitplatz mit Erleichterung aufgenommen. Sabine Carle-Wallheinke ist seit diesem Jahr Inhaberin des Floristikladens direkt an der Haltestelle. Der Vater von Halit Yozgat ist Kunde bei ihr und kauft hier unter anderem jedes Jahr die Blumen für die Gedenkfeier. Als Yozgat ermordet wurde, führten ihre Mutter und ihre Schwester noch das Geschäft. „Das ist bei meinen Kunden aber bis heute Thema. Dass so etwas Schreckliches direkt bei uns um die Ecke passiert ist, ist bis heute kaum zu begreifen“, sagt die Floristin, die lieber nicht fotografiert werden möchte. Das Urteil empfindet sie als gerecht.

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