Kreatives Überwinden von Hindernissen: So funktioniert Parkour

Parkour ist die Kunst der effizienten Fortbewegung durch den urbanen oder natürlichen Raum nur mit den Fähigkeiten des eigenen Körpers. Das heißt, der Parkourläufer – der Traceur – sucht sich seinen eigenen Weg durch die Stadt, Hindernisse werden dabei durch verschiedene Moves, Sprünge und akrobatische Elemente überwunden. Regeln gibt es nicht, du musst nur deinen Weg von A nach B finden. Ihren Freestyle-Sport stellen uns die Parkour-Trainer Jan (18) und Etienne (22) vor.

Militärische Disziplin

Eigentlich stammt Parkour aus der französischen Armee. Im damaligen Französisch-Indochina, dem heutigen Vietnam, übten Soldaten die Disziplin erstmals als Fluchttaktik. Später setzte sie sich in Frankreich als Freizeitsport durch – erst in der Natur, später auch in den Städten. Seit den 1980er Jahren hat sich Parkour weltweit als Funsport etabliert. Seither sieht man Parkour-Einlagen auch in vielen Filmen oder Musik-Videos.

Willst du Parkour ausprobieren, brauchst du dafür nicht viel. Körperwahrnehmung und Körperbeherrschung solltest du mitbringen, ansonsten vielleicht noch feste Schuhe und Sportkleidung. Alles andere ist deiner Fantasie überlassen. Vor dem Training oder einem Lauf solltest du dich dehnen und aufwärmen. Fang klein an und steigere dich, hör dabei auf deinen Körper und mach das, wobei du dich gut fühlst.

Die Technik

Parkour-Trainer Jan (18) und Etienne (22). Foto: Philipp Hörning

Das schöne am Parkour ist, dass es keine festen Vorgaben gibt. Viele Sprünge und Salti kennt man noch aus dem Turnunterricht, aber es ist an dir, wann und wo du sie einsetzt. So entwickelt jeder Traceur seinen eigenen Style, in der Community kritisiert dafür keiner den anderen. Im Gegenteil: Man schaut sich andere Moves ab und entwickelt seine eigene Technik weiter.

Parkour lässt dir jede Freiheit, denn du brauchst keinen Sportplatz: die ganze Stadt ist dein Spot. Parkour kann man überall und jederzeit machen – du siehst beim Gang durch die Stadt eine Mauer oder Treppe und du kannst loslegen. Genau das macht den Trendsport so spontan, flexibel und kreativ.

Das Training

Jan und Etienne sind keine autoritären Trainer, sondern mehr die Kumpel-Typen. Sie bringen euch im Training ein paar Grundtechniken bei und geben Tipps. Aber jeder soll seinen eigenen Style finden und diesen selbst weiterentwickeln. Also darf man im Training üben, was man will, auch mal Moves allein auszuprobieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Die Halle

In dieser Halle könnt ihr Parkour ausprobieren. Foto: privat

Die Kasseler Community hat in kompletter Eigenregie, finanziert durch Crowdfunding und Fördermittel, Nordhessens erste Parkour-Halle gebaut. Im Wesertor bietet diese auch bei miesem Wetter eine Trainingsmöglichkeit. Die Halle und die Hindernisse wurden von Jugendlichen für Jugendliche errichtet, es gibt also optimale Trainingsmöglichkeiten. Ideal zum Üben ist die Halle auch, weil man im Fall der Fälle weich fällt und auf einer Matte landet.

Die Halle, die als Integrationsprojekt dient, steht auch anderen Freestylern offen – es gibt Fußballtore, Basketballkörbe und Platz zum Inline-Skaten. Das ganze Equipment von Bällen bis Skates steht zur Verfügung. So bietet die Freestyle-Halle allen Kindern und Jugendlichen ein Zuhause.

Hier findest du die Halle:

Lust auf Freestyle? Hier findest du mehr informieren: www.freestylekassel.de

Von Peer Bergholter
Peer Bergholter, Baujahr 1975, made in Kassel: 1998 kam ich während des Studiums der Politik- und Medienwissenschaften in Göttingen zunächst als Praktikant zur HNA und bin dem Haus seither in unterschiedlichen Funktionen erhalten geblieben.