Ein Besuch in der Coworking-Etage der Neuen Denkerei

Keine Lust, im Homeoffice zu versacken? Dagegen soll es in der Kasseler Innenstadt ein Heilmittel geben. Julia, Madlen und Steffi haben in der Neuen Denkerei  jetzt eine eigene Coworking-Etage geöffnet. Wir waren zu Besuch.

Die Neue Denkerei liegt in der Friedrichsstraße 28, direkt neben dem Brüder-Grimm-Platz. Schon seit 2017 betreiben Julia und Madlen die Räumlichkeit, bislang konnten die beiden allerdings nur einmal in der Woche Coworking-Plätze anbieten. Das hat sich jetzt geändert: Im Oktober letzten Jahres war klar, dass sie auch die obere Etage des Hauses nutzen können. Seitdem ist Steffi mit im Boot. Jetzt ist die Etage offiziell geöffnet. Rein geht es durch die dunkelgrüne Tür, rauf in den ersten Stock. Julia, Steffi und Madlen erwarten uns im Workshopraum. Es riecht nach Malerfarbe und Holz.

„Man lernt hier in wenigen Tagen so viele Leute kennen, wie sonst in einer ganzen Zeit im Großraumbüro“, erzählt Steffi. Sie selbst hat ihr Büro in den Räumen der Neuen Denkerei. „Die Leute quatschen ständig miteinander, obwohl wir sie sich noch nicht einmal gegenseitig vorgestellt haben“, sagt Steffi.

Im letzten Oktober war klar, dass sie auch die erste Etage des Hauses nutzen können. Hier können sich auch Studenten einbuchen. „Es entstehen tolle Synergien“, erzählt Steffi.

Dabei achten sie darauf, dass möglichst alles aus natürlichen Stoffen besteht. Recyclete Post-Its. Auch besteht die Möglichkeit, sich bei der Physiotherapeutin nebenan Massagen verschreiben zu lassen. „Wir haben auch schon Feedback von einer Frau mit Kindern bekommen, die gesagt hat, dass sie froh ist, mal wieder morgens aus dem Haus zu gehen“, sagt Steffi.

Steffi hat ihr Büro auch selbst in der Coworking-Etage. Jeden Freitag gibt es in der Gruppe essen, wobei jeder so viel zahlen muss, wie es ihm Wert ist. „Ein Raum, in dem man viele Ideen findet und kreativ sein kann, braucht viel Platz“, sagt Madlen. Dazu geben sie Workshops, jede von ihnen gehört einem bestimmten  Fachbereich an. „Man wird nicht vom Alltag abgelenkt“, sagt Madlen, „zum Beispiel nicht vom Haushalt oder den Kindern.“ Ein Bällebad in dem flexiblen Arbeitsbereich können auch Mieter benutzten. Zu der Nutzung gehört die Kaffeemaschine, Wasser und der Drucker.

An festen Arbeitsplätzen gibt es einen Schreibtisch, ein Schließfach und einen Stuhl. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Wochen, man kann die Plätze monatlich buchen. „Das ist einer der Unterschiede zwischen Coworking und Großraumbüros, in die man sich einmietet. Man ist hier sehr flexibel“, sagt Madlen. Bald sollen zudem Arbeitsplätze im Küchenbereich entstehen. „Die Mittagspausen dauern dann auch mal länger als normale, weil einfach so viele interessante Gespräche entstehen.“

In der nächsten Zeit möchten die drei erst einmal ihr Workshops etablieren und das Angebot ausbauen. Mehr könnt ihr auf der Website der Neuen Denkerei erfahren.

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