Verdacht des sexuellen Kindesmissbrauchs: Fall aus Kassel heute bei „Aktenzeichen XY…ungelöst“

Die Kasseler Polizei ermittelt gerade in einem Fall von mutmaßlichem schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes, der sich bereits 2016 ereignete. Heute Abend wird der Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY…ungelöst“ aufgegriffen. Im Zuge dessen veröffentlichte die Polizei nun ein Foto des mutmaßlichen Täters und bittet um Mithilfe.

Ein noch unbekannter Mann hat laut Polizei in Chats eines Kleinanzeigenportals im Internet anderen Nutzern angeboten, seine geistig behinderte Tochter sexuell zu missbrauchen. In einem Fall übersandte er ein Foto von sich und seiner Tochter. Ob es tatsächlich zu einem sexuellen Missbrauch des Kindes kam, ist derzeit nicht bekannt.

Laut Polizei hat der Unbekannte offenbar eine falsche Identität angegeben. Bisher ließ sich seine wahre Identität nicht ermitteln. Durch die Veröffentlichung des Fotos erhofft sich die Polizei jetzt Hinweise zu dem Mann oder dem auf dem Bild gezeigten Kind. Das veröffentlichte Foto dürfte laut Polizei etwa drei Jahre alt sein. Wie die Beamten mitteilen, ist es allerdings nicht klar, ob es sich bei dem Mann auf dem Foto tatsächlich um den Verfasser der Chatnachrichten handelt.

Mitarbeiter des Kleinanzeigenportals war verdächtige Anzeige aufgefallen

Ein Mitarbeiter des Kleinanzeigenportals ist im Jahr 2016 auf eine dort geschaltete Anzeige mit dem Titel „FKK, Freundschaften und mehr“ aufmerksam geworden. Darin hat ein Nutzer, der sich als „Gerd“ oder „Jonas“ ausgab, geschildert, dass er seine Tochter seit ihrem 6. Lebensjahr sexuell missbrauche. Er sei alleinerziehend, die Mutter des Kindes, das er „Anja“ oder „Saskia“ nannte, sei nach der Geburt gestorben. Das Kind soll im Jahr 2016 zwölf Jahre alt gewesen sein und müsste heute demnach heute 15 Jahre alt sein. Wie die Polizei mitteilt, war der mutmaßliche Täter auch in Flirtportalen mit den Profilnamen „RubensLiebhabER“ und „RubensFan55“ aktiv.

Wie sich im Zuge der Ermittlungen herausstellte, handelte es sich bei den angegebenen Namen des Unbekannten „Gerd Mahler“ und „Gerd Meistermann“ und der angegebenen Adressen in Bad Wilhelmshöhe um falsche Identitäten. Der Unbekannte hat in einem seiner Profile außerdem Hannover als Heimatstadt angegeben. Wie die Polizei mitteilt, ist es allerdings noch nicht klar, ob die im Chat geschilderten Handlungen der Wahrheit entsprechen. Die Auswertung von bisherigen Erkenntnissen legt aber einen über Jahre andauernden sexuellen Missbrauch des Kindes nahe.

Fall aus Kassel heute Abend bei „Aktenzeichen XY…ungelöst“ auf dem ZDF

Durch das Aufgreifen des Falls in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY…ungelöst“ erhoffen sich die Beamten weitere Hinweise. Kriminalhauptkommissar Peter
Keyser wird in der Sendung zu Gast sein und über den Stand der Ermittlungen berichten. Auch das Foto wird in der Sendung gezeigt.

Derzeit ist es allerdings nicht erwiesen, ob der auf dem Foto gezeigte Mann tatsächlich im Zusammenhang mit den genannten Chatverläufen oder dem sexuellen Missbrauch steht. Die Polizei bittet daher darum, dass keine voreiligen Schlüsse gezogen werden, sondern im Fall einer Identifizierung sofort die Polizei zu informieren. Hinweise nimmt die Kasseler Polizei unter 0561/9100 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle entgegen.


Von Redaktion Kassel-Live
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