Er ist jung, blind und spielt Jazz mit ziemlich viel Groove. Da fällt einem Journalist in den USA anlässlich einer Konzertbesprechung der Vergleich „wie der junge Ray Charles“ ein und schon plappert es die Welt nach. Hätte man das auch geschrieben, wenn Matthew Whitaker sehen könnte? Ganz abgesehen davon: Wer will denn einen neuen Ray Charles oder Stevie Wonder? Was Matthew Whitaker mit den beiden Granden der Soul- und Jazzmusik gemeinsam hat ist zweifellos ungewöhnlich viel Talent mit gerade mal 20 Jahren. Aber er hat seinen eigenen Stil, den man noch nicht mal als „von Ray Charles beeinflusst“ beschreiben mag. Matthew Whitaker hat in seiner Jugend mehr gehört und daraus einen modernen, recht fetzigen Jazz-Sound entwickelt, mit dem er auch ohne Vergleiche Karriere machen wird – weil er unvergleichlich gut

Von Willie Ditzel
Seit 1990 bei der HNA, davor Freelancer für Musikzeitschriften. Schwerpunkt heute: Kassel Live. Lieblingsthemen: Musik und Kultur. E-Mail: wd@hna.de