Ostern steht wieder an. Während bei uns überwiegend Eier gesucht werden, sieht es in anderen Ländern ganz anders aus. Wir haben für euch die sieben spannendsten Bräuche herausgesucht.

1. Ein Fest am Grab: Ostern in Irland

Am Ostersonntag gibt es in Irland eine eigentümliche Tradition: Beerdigungen. Und zwar von Heringen. Der Sinn dahinter: In der Fastenzeit wird von streng gläubigen Christen traditionell nur Fisch, aber kein Fleisch gegessen. Besonders der Hering ist in der Fastenzeit als Ersatz-Lebensmittel lange populär gewesen, da es ihn zuhauf gab und er bezahlbar war. Die Metzger ärgerte der Verlust aber und auch die Bürger waren froh, mal wieder Fleisch essen zu können. Von den Metzgern kommt der Brauch, einen Hering aufzuspießen, zum Fluss zu tragen und dabei zu beschimpfen, um ihn dann in den Fluss zu schmeißen. Damit wird das Ende der Fastenzeit zelebriert.

2. They see me rollin‘: Waliser Purzelbäume

Kein Scherz: Früher war es in Wales eine Tradition, den Ostermontag zu begehen, indem man Purzelbäume auf dem Gipfel eines Berges schlägt. Und zwar genau drei. Das war in Llangollen, einem Ort im Nordosten von Wales, der Fall. Das Purzelbaumschlagen sollte dazu dienen, die Sonne zu begrüßen.  Auf verschiedenen Touristenseiten über Wales steht allerdings geschrieben, dass dieser Brauch in der Vergangenheit liegt.

3. Im Namen der Gesundheit: Eierschlacht in Bulgarien

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Auch gibt es am Ostersonntag in Bulgarien nach dem Gottesdienst eine Eierschlacht. Die wird immer unterschiedlich interpretiert: Während sich beispielsweise die Süddeutsche darauf bezieht, dass die Bürger die Eier nach der Messe gegen die Kirchenmauern und manchmal auch gegen Familienmitglieder werfen, findet sich überwiegend eine weniger spektakuläre Beschreibung: Am Ostersonntag halten zwei Menschen je ein Ei in der Hand und stoßen es gegeneinander. Gesundheit im nächsten Jahr hat dann derjenige, dessen Eierschale nicht zerbricht.

4. Australien: Hier kommt kein Osterhase

Die Kinder müssen aber dennoch nicht auf einen Geschenkebringer verzichten. Stattdessen kommt mancherorts ein Oster-Beuteltier. Der Hintergrund: In Australien sind Hasen äußerst unbeliebt. Und zwar, weil es in Australien ursprünglich keine Kaninchen gab und diese von Einwanderern aus Europa auf den Kontinent gebracht wurde. Dort vermehrten sie sich schnell – und das ganz ohne natürliche Feinde. Das Problem daran ist, dass die Häschen so den anderen Tieren Australiens ihre Nahrung wegessen. Dazu gehört auch der Bilby, ein Kaninchennasenbeutler. Er sieht aus wie eine Mischung aus Maus und Hase und versteckt seit geraumer Zeit stellvertretend für den Hasen die Eier. Wie es bei uns Schoko-Osterhasen gibt, gibt es in Australien also seit einigen Jahren Schoko Bilbys. Das Gute: Die Einnahmen dieser Süßigkeiten werden zum Teil für den Erhalt der Tiere gespendet.

5. Nasse Überraschung: Osterbrauch in Polen

Was nach Wet-T-Shirt-Contest klingt, wird in Polen jedes Jahr an Ostersonntag gemacht: Hier werden Frauen mit Wasser übergossen. Der alte Brauch heißt „Smigus-Dyngus“. Laut Spiegel Online wurde die Tradition schon vor langer Zeit schriftlich festgehalten, unter anderem im Mittelalter. Im 19. Jahrhundert bedeutete das Überschütten mit Wasser im 19. Jahrhundert, dass diejenige, die trocken bleibt, im aktuellen Jahr nicht mehr heiraten würde. Heute ist es unter den Jugendlichen zu einer Art Schönheitswettbewerb geworden, bei der die nasseste Frau am schönsten ist. Mittlerweile werden aber nicht mehr nur Frauen überschüttet.

6. Magisch: Osterhexen in Schweden

Am Gründonnerstag dreht sich in Schweden alles um eine Frau: die Påskärring, also die Osterhexe. Laut dem Glauben der Schweden flogen Hexen in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag auf den Blåkulla, den schwedischen Blocksberg. Die Kinder verkleiden sich als Osterhexen und ziehen mit Körben um die Häuser, wie man es von Halloween kennt.

7. Geld gewinnen: Eine Tradition aus Zürich

„Zwängerle“ heißt der Brauch, der aus Zürich kommt. Hier halten die Kinder vor ihren Eltern ein Ei in der Hand. Die Eltern müssen eine Geldmünze, bzw. ein Zwanzigrappenstück, so auf das Ei werfen, dass sie stecken bleibt. Bleibt die Münze stecken, dürfen die Eltern das Ei essen und ihr Geld behalten. Prallt sie ab, dürfen die Kinder die Münze behalten.

Wir wünschen euch frohe Ostern.

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