Raub: Freispruch für Handyraub, Strafe für Unterschlagung

Um für die räuberische Erpressung verurteilt zu werden, war der Angeklagte zur Tatzeit schlicht zu betrunken: Wegen Schuldunfähigkeit wurde der 38-jährige Kasseler, der einem Taxifahrer das Handy weggenommen hatte, freigesprochen. Er hatte über den Tag zwei Flaschen Wodka getrunken und zudem reichlich Marihuana geraucht. Verurteilt wurde er trotzdem, aber wegen Unterschlagung. Er hatte von einem Saufkumpane die EC-Karte samt PIN bekommen, aber dafür nicht nur Alkohol gekauft, sondern auch für sich selbst 1565 Euro abgehoben. Das wertete das Amtsgericht als Unterschlagung und verurteilte ihn zu sechs Monaten Haft auf Bewährung. Einer härteren Strafe entging der sechsfach vorbestrafte Mann, weil er seit sechs Monaten trocken ist, zu den Anonymen Alkoholikern geht und seinem Leben mit einem festen Job als Landschaftsgärtner endlich eine Wendung zum Besseren geben will.