Landtagswahl im Detail: Das sind die Kasseler Hochburgen

Wir haben uns die Wahlergebnisse in den Kasseler Stadtteilen für Erst- und Zweitstimme genauer angesehen und ermittelt, in welchen Stadtteilen die Parteien ihre Hochburg haben. Während die Linkspartei im uni-nahen Stadtteil Nord-Holland die meisten Stimmen holte, trumpfte die CDU im wohlhabenderen Stadtteil Brasselsberg auf. Die Details und alle Karten:

Werfen wir einen Blick auf die Erststimme, die sogenannte Wahlkreisstimme. CDU-Kandidaten Eva Kühne-Hörmann erlangte im Stadtteil Brasselsberg 35,4 % der Stimmen, das beste Ergebnis der CDU bei der Landtagswahl Hessen in Kassel. Zudem erzielte die CDU in Harleshausen die meisten Erststimmen. Den geringsten Zuspruch fand die Partei bei der Erststimme in Rothenditmold und Nord-Holland.

Rote Dominanz in Nord-Holland

In Rothenditmold, dem Stadtteil mit der geringsten Wahlbeteiligung (42,4 Prozent), verteilten sich die meisten Stimmen auf Karin Müller (Grüne, 21,5 %), Wolfgang Decker (SPD, 21,4 %) und Violetta Bock (DIE LINKE, 17,9%). Im rot geprägten Nord-Holland erzielte DIE LINKE mit Direktkandidatin Bock ihr stärkstes Ergebnis (23,0 %), gleichauf mit dem SPD-Kandidaten Wolfgang Decker. Die wenigsten Stimmen erhielt die Partei in den Stadtteilen Brasselsberg (4,9 %) und Nordshausen (5,3 %).

Für die GRÜNE lief es im Westen Kassels besonders gut. Mit 34,2 % dominierte Vanessa Gronemann bei der Erststimme den Vorderen Westen. Viel Zuspruch kam zudem aus Bad Wilhelmshöhe (30,7 %) und Kirchditmold (28,1 %). Rothenditmold, Mitte, Unterneustadt, Südstadt und Wehlheiden gingen ebenfalls an die GRÜNE-Kandidatinnen Bock sowie an Karin Müller im Wahlkreis Kassel II.

In Waldau und Forstfeld wählt jeder Fünfte AfD

Die AfD fand in Waldau (21,0 %) und in Forstfeld (20,4 %) die meisten Anhänger. Die wenigsten Erststimmen erlangten die Direktkandidaten im Vorderen Westen (5,9 %) und in Bad Wilhelmshöhe (6,2 %) im Wahlkreis Kassel I sowie in der Südstadt (8,0 %) und Mitte (8,3 %).

Die FDP befand sich mit ihren Kandidaten Thorsten Schneider (Wahlkreis Kassel I) und Christian Kuschel (Kassel II) in einem relativ engen Korridor zwischen vier und sieben Prozent. Negativausreißer war der Stadtteil Nord-Holland, in dem 3,7 Prozent der Stimmen auf Christian Kuschel entfielen. Ähnlich lief es mit 4,1 % für Thorsten Schneider im Vorderen Westen. Den größten Zuspruch erfuhr Schneider im Stadtteil Brasselsberg (7,1 %), gefolgt von 6,2 % in Bad Wilhelmshöhe und ebenfalls 6,2 % für Christian Kuschel in Bettenhausen.

Die Zweitstimme

Bei der Zweitstimme zeigt sich DIE LINKE in Nord-Holland noch stärker als bei den Direktkandidaten (23,6 %), vor den GRÜNEN (22,2 %) und der SPD (18,7 %).

Einen Unterschied gibt es auch bei der Stimmverteilung in Harleshausen, Jungfernkopf und Philippinenhof-Warteberg. Während in Harleshausen CDU-Kandidatin Eva Kühne-Hörmann bei der Erststimme siegte, ging der Stadtteil mit 26,2 % bei der Zweitstimme an die GRÜNEN. Dafür gewann die CDU bei der Zweitstimme knapp im Stadtteil Jungfernkopf mit 25,4 % vor den GRÜNEN (24,3 %) und der SPD (23,8 %).

Die Zweitstimmen als Karte







Von Sebastian Lammel
Geboren 1985 in Kassel, Studium ebendort. Seit 2011 bei der HNA. Projektleiter von Kassel Live.