„Erinnerst du dich an die Dönermorde?“

Gesprächsthema ist das Urteil gegen Beate Zschäpe bei ihnen eigentlich nicht, sagt eine Gruppe von Studenten, die sich gerade vor dem „Pavillon“ unterhält. Der Fall an sich interessiert ihn aber schon, sagt ein 26-jähriger Maschinenbaustudent aus Paderborn. Mehr dazu lest ihr hier:

„Viele in meiner Klasse haben sich damals über den Begriff Dönermorde lustig gemacht – Kinder halt.“ Dann sei er zum Studieren nach Kassel gezogen. Er wohnt am Halitplatz. „Ich hab mich gefragt: Warum heißt der Platz so? Dann hab ich mal mit Nachbarn darüber gesprochen und es hieß: ‚Erinnerst du dich an die Dönermorde?‘ Das war schon krass.“ Er kenne auch Verwandte von Halit Yozgat. Dass Beate Zschäpe Lebenslänglich bekommen hat, findet ein 26-Jähriger aus Felsberg, der daneben steht, etwas unverhältnismäßig. „Die beiden, die die Schüsse abgegeben haben, sind ja tot. Die hätten es eher verdient, lebenslang zu sitzen. Zschäpe hat ja niemanden umgebracht“, sagt der Mann, der Wirtschaftsingenieurswesen studiert. Der Paderborner widerspricht: „Wenn du in einer Clique wärst und du wärst jahrelang dabei, wenn deine Freunde Menschen töten – da bist du genauso schuldig. Zschäpe hat die beiden nicht davon abgehalten.“ Auch bei den beiden Studenten ist der Verfassungsschützer, der während des Mordes im Internetcafè war, Thema. Es könne einfach nicht sein, dass der nichts mitbekommen habe, sagen sie.

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