Lichtschwerter und Kampfroboter: Ein Besuch in der Arcade Virtual Reality Lounge in Kassel

Statt nur vor dem Bildschirm zu sitzen, ist man in der Arcade Virtual Reality Lounge mitten im Spiel. In der virtuellen Welt kämpft man sich mit einem Lichtschwert durch ein feindliches Raumschiff, sucht nur mit einer Taschenlampe ausgerüstet einen Ausweg aus dem Horrorhaus oder erobert im Team Türme beim Tower Tag. Wir haben für euch die technisch einzigartige VR-Lounge in der Werner-Hilpert-Straße in Kassel besucht und ein paar der Spiele getestet.

Willkommen in der virtuellen Welt!

Screenshot: Arcade Virtual Reality Lounge

Ein bisschen Angst hatte ich schon vor unserem Besuch in der Arcade Virtual Reality Lounge. Mir spukten Fragen im Kopf herum wie: Ist es zu real und deshalb zu gruselig? Kann man beim Spielen vor die Wand laufen? Kann mir von der virtuellen Realität schlecht werden? Aber dann hat es mich doch zu sehr gereizt, einmal selbst der Held in einem Videospiel zu sein. Das müsste für einen Nerd wie mich doch eigentlich perfekt geeignet sein.

Auf den ersten Blick wirkt die Lounge tatsächlich etwas unspektakulär. Sofas, Spieleecken mit quadratischen Teppichen, im Keller ein sehr großer, fast leerer Raum. Das Ergebnis spricht nach unserem Besuch dann aber für sich: Selbst der Ladebildschirm hat mich überwältigt, obwohl es nur ein weißes, von Rastern durchzogenes Nichts ist. Man sieht es aber nicht nur, man steht wirklich darin.

Showdown im Weltall in Plasmablade: Infiltration

Mit meinem Lichtschwert versuche ich, die Schüsse der Feinde abzulenken. Screenshot: Arcade Virtual Reality Lounge

Zusammen mit Dariusz Kaleta, einem der Leiter der Lounge, spiele ich in der Arena im Keller das Science-Fiction-Spiel „Plasmablade: Infiltration“. Wir dringen in ein feindliches Raumschiff ein und müssen dann daraus wieder fliehen. Dabei stellen sich uns natürlich zahlreiche Feinde in den Weg. Mit unseren Lichtschwertern versuchen wir, ihre Schüsse abzuwehren, was gar nicht mal so einfach ist.

Ist man getroffen, zieht man sich zur Heilung zurück und sucht sich eine Deckung. Sterben kann man im Spiel übrigens nicht. „Das fänden wir unfair, weil der Besucher ja für eine bestimmte Zeit bezahlt hat. Es wäre doof, wenn er das Spiel dann nicht auch komplett durchspielen könnte“, erklärt mir Dariusz. Das macht das Spiel aber nicht weniger herausfordernd. Die ganze Zeit muss ich laufen, mich ducken und ausweichen. Außerdem schwinge ich die ganze Zeit mein Lichtschwert. Am Ende bin ich völlig durchgeschwitzt.

Blick ins All: Für Science-Fiction-Fans ist „Plasmablade: Infiltration“ genau das Richtige. Screenshot: Arcade Virtual Reality Lounge

Genau das trägt aber besonders dazu bei, dass sich das Spiel total echt anfühlt. Den Bezug zur Realität kann man trotzdem nicht verlieren, denn die virtuelle Welt sieht noch immer aus wie ein Computerspiel. Auch vor die Wand laufen kann man nicht, denn alle Spiele sind perfekt auf die 130 m² große Arena mit den zwei Säulen abgestimmt. Die Säule aus der Realität ist also auch im Spiel da.

Die VR-Ausrüstung macht beim Spielen keine Probleme. Die Brille ist nicht zu schwer und den VR-Rucksack spüre ich kaum. Dass man etwas auf dem Kopf und dem Rücken trägt verstärkt sogar noch den realen Eindruck: Es fühlt sich wirklich an, als hätte man einen Raumanzug mit Helm an. Dadurch dass ich mich die ganze Zeit bewegen muss, bleibt auch die befürchtete Motion Sickness aus.

Das Teamspiel: Tower Tag

Der Controller sieht im Spiel aus wie eine richtige Waffe. Foto/Screenshot: Zeisberg/ Arcade Virtual Reality Lounge

Auch im Spiel „Tower Tag“, das Laser Tag der virtuellen Realität, kann man sich nicht aus Versehen verletzen. Sobald ich mich nämlich aus dem 2,5 x 2,5 Meter großen Spielfeld herausbewege, wird die Sicht unscharf. Von dieser Seite aus also auch hier kein Problem.

„Tower Tag“ ist ein Teamspiel, dass ich zusammen mit Kai Schiek, dem Store Manager der Lounge, gegen Dariusz und meinen Kollegen Maik spiele. Wir müssen so viele Türme wie möglich erobern und unsere Gegner abschießen. Als Waffe dient uns ein Controller, der im Spiel dann aussieht wie eine Laserpistole.

Auch bei Tower Tag muss man sich viel bewegen, ducken und dem Gegner ausweichen. Also auch dieses Mal: Schwitzalarm. Dariusz erzählt uns, er könne sich Tower Tag sogar als Sportevent mit einer eigenen Liga vorstellen. Das Spiel macht jedenfalls unglaublich viel Spaß, auch wenn Kai und ich am Schluss 0:7 verlieren – was aber zugegeben an mir lag und nicht an Kai.

Ausweg aus dem Horrorhaus

Im Virtualizer sucht Maik einen Weg aus dem Horrorhaus. Der Controller wird im Spiel zur Taschenlampe. Foto: Schaal

Das nächste Spiel probiert mein Kollege Maik aus. Das Horrorspiel „Affected: The Manor“ ist mir dann doch etwas zu gruselig. Maik hat damit aber kein Problem und lässt sich in den Virtualizer schnallen. Der sieht ein bisschen aus wie ein Laufgeschirr für Erwachsene und überträgt Maiks Bewegungen auf einer Platte in die virtuelle Realität. Man bewegt sich bei diesem Spiel also in der realen Welt gar nicht vom Fleck.

Nur mit einer Taschenlampe „bewaffnet“ muss er jetzt seinen Weg aus dem verlassenen Horrorhaus finden. Maik, der am Anfang gar keine Angst hatte, erschreckt sich auf seinem Weg durch das Haus dann doch einige Male. „Vor allem der Sound trägt richtig viel zur Gruselkulisse bei“, berichtet er mir. Besonders toll findet er daran, dass der Sound wirklich 3D ist. Öffnet sich also hinten rechts eine Tür, dann kommt das Geräusch auch aus dieser Richtung. Auch die Grafik des Spiels gefällt Maik.

Große Pläne für die Zukunft

Kai Schiek und Dariusz Kaleta begleiten uns bei unserem Besuch in der Arcade Virtual Reality Lounge. Foto: Koch

Die Arcade Virtual Reality Lounge bietet aber noch ein paar andere Erlebnisse als nur Jump ’n‘ Run und Action. Für alle Altersklassen ist etwas dabei, für Kinder gibt es zum Beispiel eine Jahrmarkt-Simulation. „Unser bisher ältester Besucher war 83“, erzählt uns Kai. Er und Dariusz wünschen sich, dass die Menschen aus ganz Deutschland in die technisch einzigartige Arena zum Spielen kommen. Das ist auch der Grund, warum sie die Arena in Kassel eröffnet haben, liegt unsere Heimatstadt doch mitten im Land.

Für die Zukunft haben die beiden auch noch große Pläne. Bei den Spielen wird zum Beispiel gerade an einem Abenteuerspiel á la Indiana Jones gearbeitet, in dem man richtig die Peitsche schwingen, klettern und jumpen muss. Aber auch darüber hinaus haben Dariusz und Kai viele Ideen. „Es wäre toll, wenn wir vielleicht für die documenta etwas im VR-Bereich anbieten könnten“, erzählt uns Dariusz.

Virtual Reality auf der documenta? Das fänden wir ziemlich cool. Maik und mir hat der Besuch in der Arcade Virtual Reality Lounge jedenfalls sehr viel Spaß gemacht. „Das ist wirklich das nächste Level beim Gaming“, ist Maik begeistert. Auch für mich wird das bestimmt nicht der letzte Besuch in der VR-Lounge gewesen sein. Der Besuch hat sich also absolut gelohnt.

Wie es in der Arcade Virtual Reality Lounge so aussieht, könnt ihr euch auch im Video anschauen:

Infos und Buchungen

Die Arcade Virtual Reality Lounge in Kassel ist in der Werner-Hilpert-Straße 9. Sie hat Dienstag bis Donnerstag von 14 bis 21 Uhr, Freitag von 14 bis 22 Uhr, Samstag von 13 bis 22 Uhr und Sonntag von 13 bis 20 Uhr geöffnet.

Buchen könnt ihr unter der Nummer 0561/ 920 10 770, per Mail an info@arcade-lounge.de oder auf www.arcade-lounge.de.

Von Michaela Schaal
Geboren 1992 in Hofgeismar, also gebürtige Nordhessin. Nach meinem Geschichtsstudium an der Uni Kassel bin ich seit Oktober 2017 Online-Volontärin bei der HNA in Kassel. Ich mag Tiere und die Natur, bin ein leidenschaftlicher Nerd und liebe Bücher.