100 Tage – 100 Bücher: „Frühlingserwachen“ von Frank Wedekind

„Frühlingserwachen“ von Frank Wedekind erschien 1891 und ist ein gesellschaftskritisches Drama. Es geht um mehrere Jugendliche, die während ihrer Pubertät und ihrer beginnenden sexuellen Neugier mit den Problemen von Erwachsenen konfrontiert werden. Sie stoßen dabei vor allem auf gesellschaftliche Intoleranz. Wegen seiner angeblichen Obszönitäten wurde „Frühlingserwachen“ verboten. Heute ist es in Deutschland, Österreich und in der Schweiz in vielen Schulen Schullektüre. 

100 Tage – 100 Bücher: Persepolis

In der Graphiknovel „Persepolis“ beschreibt Autorin und Illustratorin Mariane Satrapi ihre Kindheit in Iran. Sie erlebt die Islamische Revolution im Iran mit, erzählt von islamischer Indoktrination in der Schule und bekommt Probleme wegen ihrer Vorliebe für Jeans und westliche Musik. Am Ende des Buches wird sie als 14-jährige von ihren Eltern ins Ausland geschickt. „Persepolis“ gewann einige Preise und Auszeichnungen, darf aber seit 2013 in Chicago nicht mehr im Unterricht gelesen werden.

100 Tage – 100 Bücher: „1000 Peitschenhiebe: Weil ich sage, was ich denke“ von Raif Badawi

Weil der saudi-arabische Blogger seine Gedanken über Politik, Religion und Freiheit im Internet teilte, wurde er zu zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt. „1000 Peitschenhiebe“ ist eine Sammlung seiner zentralen und verbotenen Schriften. Einen Text hat Badawi im Gefängnis verfasst. 

100 Tage – 100 Bücher: „Der Archipel Gulag“ von Alexander Solschenizyn 

Der Autor Alexander Solschenizyn veröffentlichte „Der Archipel Gulag“ im Jahr 1973. Es gilt als eines der einflussreichsten des 20. Jahrhunderts. Solschenizyn beschreibt darin das sowjetische Straflagersystem. Wegen der Kritik am stalinistischen System wurde das Werk in der Sowjetunion verboten. Heute ist das Buch eine Pflichtlektüre für alle Oberstufenschüler in Russland. 

100 Tage- 100 Bücher: Marlene – Bild einer berühmten Zeitgenossin von Alfred Polgar

Alfred Polger war einer der berühmtesten Schriftsteller der Wiener Moderne. Sein Buch über die Schauspielerin Marlene Dietrich schrieb er im Jahr 1937. Nach der Machtergreifung des NS-Regimes war für den österreichischen Juden in Deutschland kein Platz mehr. Sämtliche Werke von Polger wurden damals verbannt. Der Journalist Ulrich Weinzierl fand den Text erst im Jahr 1984 in New York. Gedruckt ist das Buch erst 2015 erschienen.

100 Tage – 100 Bücher: Lolita von Vladimir Nabokov

Lolita schildert die Liebesaffäre zwischen dem 37-jährigen Humbert Humbert und der 12-jährigen Dolores Haze, die Humbert Lolita nennt. Das Manuskript wurde zunächst von mehrern amerikanischen Verlagshäusern abgelehnt. Der Pariser Verlag Olympia Press wagte es 1955, Lolita zu drucken. Ein Jahr später führte eine Razzia in den Räumen des Verlags dazu, dass das französische Innenministerium den Verkauf und Export aller Titel des Verlags verbot.

100 Tage – 100 verbotene Bücher: Radetzkymarsch  

​Während der 100 documenta-Tage stellen wir täglich ein Buch aus dem Parthenon der verbotenen Bücher vor und erklären, warum es dort präsent ist. Heute: „Radetzkymarsch“ von Joseph Roth. 

Das Werk von Joseph Roth fiel der Bücherverbrennung der Nazis im Jahr 1933 zum Opfer. Weil Roth Jude war und sich gegen den Krieg und Hitler aussprach, wurde sein Roman aus dem Jahr 1932 von den Nazis verboten. 

100 Tage – 100 Bücher: „Der Weg zurück“ von Erich Maria Remarque 

Remarque erzählt in „Der Weg zurück“ von der Rückkehr deutscher Soldaten nach dem Ersten Weltkrieg. Zu Hause werden sie anders als erwartet nicht als Helden gefeiert, sondern sie müssen feststellen, dass von der Kriegsbegeisterung nichts mehr geblieben ist. Die Rückkehr in ein normales, ziviles Leben erscheint den jungen Männern unmöglich. Der Roman ist die Fortsetzung von „Im Westen nichts Neues“. Im April 1931 erschien er, wurde zwei Jare später im Mai von den Nazis öffentlich verbrannt. Remarques Arbeiten wurden als „schädliches und unerwünschtes Schrifttum “ verboten. 

100 Tage – 100 Bücher: Flowers in the Attic von V.C. Andrews

Der Roman „Flowers in the Attic“ von der amerikanischen Schriftstellerin Virgin Cleo Andrews aus dem Jahr 1968 behandelt das Thema Inzest zwischen zwei Heranwachsenden. Die geschilderten Inhalte wurden von Kritikern in den USA kontrovers aufgenommen. Einige Bibiliotheken nahmen den Roman nicht in ihren Bestand auf oder nahmen ihn ganz aus den Regalen.

100 Tage – 100 Bücher: „Herr der Fliegen“ von William Golding

Es ist der erste und auch erfolgreichste Roman des englischen Schriftstellers William Golding: „Herr der Fliegen“, engl. „Lord of the Flies“. Eine Gruppe von 6- bis 12-Jährigen überlebt einen Flugzeugabsturz und landet auf einer unbewohnten Insel. Golding zeigt die Entwicklung der Jungen, die auf der Insel von keinem Erwachsenen beeinflusst werden können. Mehr und mehr zeigen die Kinder ihren Charakter, es kommt zu Konflikten, in denen die Kinder sogar nicht vor Gewalt Halt machen. „Herr der Fliegen“ wurde zwischen 1974 und 200 an mehreren Schulen in den USA verboten. Gründe wurden verschiedene genannt, unter anderem soll der Roman demoralisierend sein, weil er impliziert, Menschen seien nicht mehr als Tieren. Ein anderer Grund war die „brutale und schlechte Sprache“.

100 Tage – 100 Bücher: Der alte Mann und das Meer von Ernest Hemingway

Hemingways Novelle „Der alte Mann und das Meer“ erzählt von dem Kampf zwischen einem alten Fischer namens Santiago und einem gigantischen Sperrfisch,  dem wahrscheinlich größten Fang seines Lebens. Die Novelle schrieb der Nobelpreisträger im Frühling 1951 auf Kuba. Erstmals veröffentlicht wurde sie im August 1952 in dem Literaturmagazin „Life“. Die erste Buchfassung wurde noch  im selben Jahr in New York herausgegeben. Doch für den spanischen Diktator Franco waren Hemingways Bücher über Freiheit und Individualität eine Gefahr. Deshalb verbannte er sämtliche Schriften Hemingways.

100 Tage – 100 Bücher: Gullivers Reisen von Jonathan Swift

Der Roman besteht aus vier Teilen, die jeweils eine Reise Gullivers thematisieren. Weil Gulliver in den ersten beiden Teilen ins Land der Zwerge und Riesen reist, wurde Swifts Roman zu einem berühmten Kinderbuchklassiker. Vielmehr ist er jedoch eine Gesellschaftssatire. 1726 wurde der Roman in Irland verboten, weil er gefährlich sein sollte. Zuvor auch aus politischen Gründen in England. 

100 Tage- 100 Bücher: Der erste Kreis der Hölle von Alexander Solschenizyn

Nachdem der Autor Alexander Solschenizyn als Offizier im II. Weltkrieg die strategischen Fähigkeiten Stalins in einem Brief als mangelhaft bezeichnete, wurde er inhaftiert. Kurze Zeit später  ist der Mathematiker in ein „Gettho-Forschungsinstitut“ für inhaftierte Wissenschaftler gebracht worden. Erst nach Stalins Tod wurde er entlassen und verfasste nach  einer Rehabilitation die ersten Niederschriften seiner Erlebnisse während seiner  Gefangenschaft im Arbeitslager. Weil das Buch das „ungerechte“ System in Russland unter Stalin anprangert, durfte das Buch erst 1968 ohne Kürzungen veröffentlicht werden. 

100 Tage – 100 Bücher: Ulysses von James Joyce

Der Roman „Ulysses“ brachte dem irischen Schriftsteller James Joyce Weltruhm. Von vielen wurde der Roman als Jahrhundertbuch betitelt. In dem Buch beschreibt Joyce in 18 Kapiteln einen Tag im Leben des Leopold Bloom. Doch bevor der Roman veröffentlicht werden konnte, war es ein langer Weg: aufgrund seiner damals empfundenen Öbszönität, fand der Schriftssteller keinen Verlag, der den Roman drucken wollte. Erst 1930 legte ein amerikanischer Richter den Vorwurf ad acta und das Buch durfte in Amerika und Großbritannien veröffentlicht werden. Zuvor wurde es 1927 in Deutschland publiziert.

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