Sitzung des documenta-Aufsichtsrats: Beratung in die nächste Runde

Vorsorglich hatte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle seine Termine für den späten Nachmittag und den frühen Abend abgesagt: Er wusste wohl, dass diese Sitzung des documenta-Aufsichtsrats am vergangenen Mittwochabend eine Mammutsitzung würde. Am Ende wurde es tatsächlich spät, sehr spät – und doch enthält die anschließend abgegebene Presseerklärung nur wenig Konkretes. Hier erfahrt ihr mehr.

250.000 Gäste: documenta 14 sorgte für Touristenboom

Was etwa  beim Spaziergang durch Kassel oder die Besucherzahlen der d14 bereits offensichtlich war, belegen jetzt auch Zahlen des Statistischen Landesamtes: Die documenta 14 hat im Sommer für einen Touristenboom gesorgt. Demnach übernachteten zwischen Juni und September knapp 250.000 Gäste in den Hotels, Pensionen und Campingplätzen der Stadt. Die Anzahl der Übernachtungen lag bei 472.600 und damit um 7,4 Prozent höher als noch vor fünf Jahren, als die documenta 13 für knapp 440.000 Übernachtungen gesorgt hatte.

documenta-Obelisk wird während Weihnachtsmarkt stehenbleiben

Der documenta-Obelisk von Olu Oguibe wird auf jeden Fall bis Anfang 2018 auf dem Königsplatz bleiben: Das Kunstwerk wird in die Budenmeile des Weihnachtsmarkts integriert. Ob der Obelisk dauerhaft in Kassel bleibt, ist nach wie vor noch nicht entschieden. Ein Abbau wäre jedenfalls vorerst nicht möglich, falls die Ankauf-Verhandlungen scheitern – denn nächste Woche beginnen auf dem Königsplatz die Aufbauarbeiten für den Märchenweihnachtsmarkt.

Blankes Fridericianum 

Das Fridericianum sieht irgendwie seltsam aus – anders. Richtig, die Inschrift fehlt! Zur documenta wurde aus „Fridericianum“ der englische Satz „Being safe is scary“. Es war ein Beitrag der Künstlerin Banu Cennetoglu. Nun ist die documenta vorbei, die Buchstaben der Künsterlin abgenommen – und das Fridericianum immer noch nackt. Wollen wir hoffen, dass es bald wieder ganz das alte ist! Hintergründe zu der documenta-Kunst findet ihr hier

Unser Tipp

Diese neutral schwarzen Liegen sind sehr hochwertig und stabil und für 30 Euro pro Exemplar ein wahres Schnäppchen. Der einzige Nachteil: Sie benötigen viel Stauraum, denn man kann sie nicht zusammenklappen. Letzte Chance heute bis 18 Uhr in der documenta-Halle.

Bereits weg

Verkauft sind mittlerweile alle documenta-Vitrinen, allerdings „eher an befreundete Institutionen und Ausstellungshallen“, wie uns ein Mitarbeiter gesagt hat.

Noch zu haben

Gestern noch 350 Euro, heute nur 200 Euro. Der neuwertig ca. 1800 Dollar teure „Lounge Chair“ aus dem seinerzeit für über 30.000 Euro mit Designermöbeln eingerichteten Büro von Carolyn Christov Bakargiev (Leiterin der documenta 13, man beachte das CCB) ist beim Schnäppchenverkauf in der documenta-Halle immer noch zu haben.

Die documenta bleibt sich treu

Vor dem Fridericianum standen die inzwischen weggeräumten Plakate, die wir heute morgen abgelichtet haben und die auf den Schnäppchenverkauf heute ab 10 Uhr in der documenta-Halle hingewiesen haben. Um 10 Uhr passierte leider nichts. „Der Kollege hat da einen Fehler gemacht, deshalb haben wir sie dann auch gleich weggeräumt“, sagt uns ein verantwortlicher Mitarbeiter. Es wurden Interessenten weggeschickt mit der Auskunft „Beginn heute erst um 13 Uhr“. Begonnen hat man dann schließlich um 12 Uhr. Kein Wunder, dass jetzt in der documenta-Halle nicht allzuviel los ist. Aber die documenta, Respekt, ist sich bis zum Schluss ihrem Kommunikationsdesaster treu geblieben.

Zur Erinnerung

In einer Viertelstunde beginnt in der documenta-Halle der zweite Tag des „documenta-Inventar-Schnäppchen-Rausverkaufs“. Wir erwähnten es bereits gestern: Die Preise für T-Shirts, Sitzmöbel, Kataloge, Lampen und Souvenir-Artikel sind größtenteils bei einem Viertel bis Drittel des Original-Kaufpreises angesiedelt. Es lohnt sich wirklich.

Kein Interesse an Kinostühlen

Sehr beliebt beim documenta Schnäppchenverkauf in der documenta-Halle waren heute die kleinen Hocker mit dem Eulen-Motiv (nur noch 4 Euro) und die diversen Kataloge zur Ausstellung, alle auf mindestens ein Drittel des Original-Preises reduziert. Sessel für‘s Heimkino wollte noch niemand. Morgen um 11 Uhr geht der „Räumungsverkauf“ weiter.

Nicht nur Schnäppchen

Es gibt große Ventilatoren für fünf Euro, die Shirts kosten jeweils nur noch neun Euro und die Eulen-Sticker gibt es im Dreierpack für einen Euro. Doch nicht alles bei der documenta-„Haushaltsauflösung“ in der documenta-Halle gibt es zu Schnäppchenpreisen. Die Relax-Liegen aus dem documenta-Pressebüro gibt es ab 1100 Euro aufwärts. Und es gibt tatsächlich schon eine Warteliste dafür.

documenta-Sonderverkauf

In der documenta-Halle gibt’s heute Kunst zum Mitnehmen: Der traditionelle Sonderverkauf der documenta findet statt. Ob Mobiliar, Inventar oder Restbestände von Produkten oder Publikationen der Kunst-Ausstellung, hier werdet ihr sicher fündig. Heute ist noch bis 18 Uhr geöffnet, morgen von 13 bis 18 Uhr.

Gute Karte

Eine Gratis-Postkarte der cdw-Stiftung, die mit Kunst-Spaziergängen das reiche Kasseler Kulturerbe den Bürgern näher bringen möchte, zeigt den ersten, noch von Joseph Beuys selbst gepflanzten Baum seiner documenta 7-Aktion 7000 Eichen, wie er sich über die Jahre von Ausstellung zu Ausstellung entwickelt hat. Der Baum steht auf dem Friedrichsplatz, gleich daneben die letzte der 7000 Eichen, die zur d8 gepflanzt wurde. Die Karte gibt es überall in Gastro-Betrieben, in denen die Postkarten „on display“ sind.

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